{"id":8078,"date":"2026-04-03T08:00:00","date_gmt":"2026-04-03T05:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/glow-careers.ch\/blog\/?post_type=glossary&#038;p=8078"},"modified":"2026-03-24T13:23:22","modified_gmt":"2026-03-24T10:23:22","slug":"desk-sharing","status":"publish","type":"glossary","link":"https:\/\/glow-careers.ch\/blog\/was-ist\/desk-sharing\/","title":{"rendered":"Was ist Desk Sharing? Definition &#038; Praxistipps 2026"},"content":{"rendered":"<p><strong>Desk Sharing<\/strong> (h\u00e4ufig auch als <strong>Shared Desk<\/strong> oder Hot Desking genannt) ist ein <strong>flexibles<\/strong> Raum- und Arbeitskonzept f\u00fcr die moderne <strong>Arbeitswelt<\/strong>, bei dem die <strong>Belegschaft<\/strong> keinen <strong>festen Arbeitsplatz<\/strong> im B\u00fcro mehr hat. Sie w\u00e4hlen ihren Schreibtisch jeden Tag neu aus einem Pool an frei verf\u00fcgbaren Pl\u00e4tzen, oftmals unterst\u00fctzt durch ein digitales Buchungssystem. F\u00fcr Schweizer Unternehmen ist dieses Modell eine strategische Antwort auf den Trend zum Homeoffice und eine effektive Methode, um teure B\u00fcrofl\u00e4chen effizienter zu nutzen.<\/p>\n<p>[toc]<\/p>\n<h2>Desk Sharing einfach erkl\u00e4rt<\/h2>\n<p>In der praktischen Umsetzung bricht <strong>Desk Sharing<\/strong> mit der klassischen B\u00fcroorganisation. Niemand hat mehr ein Namensschild oder pers\u00f6nliche Gegenst\u00e4nde an einem spezifischen <strong>Schreibtisch<\/strong>. <strong>Mitarbeitende<\/strong> kommen morgens ins B\u00fcro, loggen ihr Notebook am gew\u00fcnschten <strong>Arbeitsplatz<\/strong> ein (Plug-and-Play) und r\u00e4umen diesen abends wieder komplett leer (Clean-Desk-Policy), damit dieser <strong>geteilt<\/strong> werden kann.<\/p>\n<p>Das Konzept erfordert ein massives Umdenken in der technischen und r\u00e4umlichen Infrastruktur. Es braucht ein reibungsloses WLAN, cloudbasierte Telefonie und oft eine Buchungs-App. Gekoppelt wird dies in modernen HR-Abteilungen h\u00e4ufig mit agilen Methoden wie <a href=\"https:\/\/glow-careers.ch\/blog\/was-ist\/design-thinking-hr\"><strong>Design Thinking HR<\/strong><\/a>, um eine durchl\u00e4ssigere, kreativere Kultur zu schaffen, in der sich Abteilungen auf der Fl\u00e4che ganz nat\u00fcrlich vermischen.<\/p>\n<p>Oft ist reines Hot Desking nur der Einstieg. Viele Firmen gehen zum <strong>Activity Based Working<\/strong> \u00fcber. Hier bietet die B\u00fcrofl\u00e4che neben den geteilten Standard-Tischen auch Fokus-R\u00e4ume f\u00fcr tiefe Konzentration, offene Lounges f\u00fcr Brainstormings und schallisolierte Boxen f\u00fcr Videocalls. Gesteuert wird die Anwesenheit der Belegschaft in der Regel \u00fcber ein zentrales <a href=\"https:\/\/glow-careers.ch\/blog\/was-ist\/arbeitszeitkonto\"><strong>Arbeitszeitkonto<\/strong><\/a>, das hybride Arbeitsmodelle (B\u00fcro und Remote Work) nahtlos abbildet.<\/p>\n<p><strong>Desk Sharing vs. Co-Working:<\/strong> Bei Desk Sharing teilen sich ausschliesslich die Angestellten einer einzigen Firma die internen R\u00e4umlichkeiten. Bei einem Co-Working-Space mietet sich die Firma hingegen externe Tische, die sie sich mit v\u00f6llig fremden Start-ups, Freelancern und Unternehmen teilt.<\/p>\n<p>Laut Erhebungen der Hochschule Luzern (HSLU) und Deloitte haben seit der Normalisierung hybrider Arbeitsformen <strong>\u00fcber 45 % der Schweizer Grossunternehmen<\/strong> feste Arbeitspl\u00e4tze abgeschafft oder planen dies zeitnah umzusetzen.<\/p>\n<h2>Vor- und Nachteile von Desk Sharing<\/h2>\n<table>\n<thead>\n<tr>\n<th>\u2705 Vorteile<\/th>\n<th>\u274c Nachteile<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr>\n<td><strong>Fl\u00e4chenoptimierung:<\/strong> Da nie alle Mitarbeitenden gleichzeitig im <strong>Homeoffice<\/strong> oder im B\u00fcro sind, sinken die teuren Mietkosten f\u00fcr Gesch\u00e4ftsr\u00e4ume.<\/td>\n<td><strong>Identit\u00e4tsverlust:<\/strong> Ohne eigenen Schreibtisch f\u00fchlen sich einige Mitarbeitende im Betrieb heimatlos oder entwurzelt.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><strong>Abbau von Silodenken:<\/strong> Man sitzt t\u00e4glich neben anderen Kollegen aus einer anderen <strong>Abteilung<\/strong>, was den informellen Wissensaustausch massiv beschleunigt und die <strong>Produktivit\u00e4t<\/strong> <strong>steigern<\/strong> kann.<\/td>\n<td><strong>Clean-Desk-Frust:<\/strong> Das st\u00e4ndige Auf- und Abbauen von Laptops und Arbeitsmaterialien am Tagesrand kostet Zeit und nervt viele.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><strong>Attraktive Arbeitsumgebung:<\/strong> Gesparte Mietgelder k\u00f6nnen in hochwertige Begegnungszonen und modernste IT-Infrastruktur investiert werden, um die <strong>Flexibilit\u00e4t<\/strong> zu f\u00f6rdern.<\/td>\n<td><strong>Hygienische Herausforderungen:<\/strong> Geteilte Tastaturen und Tische erfordern ein deutlich intensiveres und teureres Reinigungsintervall.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<h2>Desk Sharing in der Praxis: Tipps f\u00fcr Schweizer Unternehmen<\/h2>\n<ol>\n<li>\n<p><strong>Homezones f\u00fcr Abteilungen definieren<\/strong><br \/>\nV\u00f6llig freies Mischen der gesamten Belegschaft f\u00fchrt oft zu organisatorischem Chaos. Etabliere stattdessen sogenannte &#171;Homezones&#187;. Das bedeutet, das Marketing-Team hat seinen fixen Bereich, innerhalb dessen aber die Tische geteilt werden. So wissen die Mitarbeitenden morgens grob, wo sie ihre direkten Ansprechpartner finden.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p><strong>Abschliessbare Lockers bereitstellen<\/strong><br \/>\nWenn der Rollcontainer am eigenen Tisch wegf\u00e4llt, braucht das Personal zwingend Ersatz. Stelle im Eingangsbereich ausreichend grossz\u00fcgige Schliessf\u00e4cher (Lockers) zur Verf\u00fcgung. Dort k\u00f6nnen Mitarbeitende nach Feierabend ihre Laptoptaschen, private Sportsachen oder vertrauliche Dokumente sicher wegschliessen.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p><strong>Spielregeln (Etikette) gemeinsam erarbeiten<\/strong><br \/>\nF\u00fchre das System nicht einfach von oben herab ein. Erarbeite mit dem Team klare Verhaltensregeln: Wo darf laut telefoniert werden? Wer reinigt den Tisch nach Gebrauch? Wie lange darf ein Tisch &#171;reserviert&#187; werden, wenn man im Meeting ist? Solche gemeinsamen Regeln erh\u00f6hen die Akzeptanz des neuen Modells dramatisch.<\/p>\n<\/li>\n<\/ol>\n<h2>Warum ist Desk Sharing f\u00fcr Unternehmen wichtig?<\/h2>\n<p>Die <strong>Pr\u00e4senzkultur<\/strong> in Schweizer B\u00fcros hat sich dauerhaft ver\u00e4ndert. Wenn Mitarbeitende durchschnittlich <strong>zwei bis drei Tage pro Woche<\/strong> im Homeoffice verbringen, stehen klassische B\u00fcros zur H\u00e4lfte leer. In <strong>Hochpreisregionen wie Z\u00fcrich oder Zug<\/strong> ist es f\u00fcr Unternehmen wirtschaftlich kaum noch vertretbar, f\u00fcr diese ungenutzten Fl\u00e4chen <strong>immense Mieten<\/strong> zu bezahlen. Desk Sharing ist die <strong>finanzielle L\u00f6sung<\/strong> f\u00fcr dieses Problem. Doch der Wert geht \u00fcber Kosteneinsparungen hinaus: Es ist ein <strong>starkes Signal der Modernisierung<\/strong>. Wer das Einzelb\u00fcro des Direktors abschafft und ihn an den langen Tisch zu den Praktikanten setzt, bricht <strong>verstaubte Hierarchien<\/strong> auf und positioniert sich am Arbeitsmarkt als durchl\u00e4ssiger, agiler und <strong>moderner Arbeitgeber<\/strong>.<\/p>\n<h2>H\u00e4ufig gestellte Fragen zu Desk Sharing<\/h2>\n<h3>Wie viel Geld sparen Unternehmen durch Desk Sharing?<\/h3>\n<p>Das <strong>Einsparpotenzial<\/strong> bei den Immobilien- und Infrastrukturkosten ist immens. In der Schweiz rechnen viele Betriebe mit einer <strong>Sharing Ratio von 0,6 bis 0,8<\/strong> (also 60 bis 80 Tische f\u00fcr 100 Personen). Dadurch k\u00f6nnen die fixen <strong>Miet- und Betriebsausgaben<\/strong> um rund <strong>20 % bis 30 %<\/strong> gesenkt werden, was gerade in <strong>Hochpreisregionen wie Z\u00fcrich oder Genf<\/strong> rasch hunderttausende Franken pro Jahr ausmacht.<\/p>\n<h3>Ist eine App f\u00fcr das Platzbuchen zwingend n\u00f6tig?<\/h3>\n<p>In sehr kleinen Teams kann das <strong>First-Come-First-Serve-Prinzip<\/strong> funktionieren. Ab einer Gr\u00f6sse von etwa <strong>20 Mitarbeitenden<\/strong> auf derselben Fl\u00e4che ist eine <strong>professionelle Desk-Booking-Software<\/strong> jedoch stark zu empfehlen. Sie verhindert Frustration am Morgen und liefert dem Management <strong>wertvolle Nutzungsdaten<\/strong> f\u00fcr die zuk\u00fcnftige Fl\u00e4chenplanung.<\/p>\n<h3>Wie funktioniert Desk Sharing mit dem Datenschutz?<\/h3>\n<p>Das <strong>Schweizer Datenschutzgesetz (DSG)<\/strong> erfordert bei diesem Modell h\u00f6chste Disziplin. Da Tische gewechselt werden, gilt eine <strong>strikte Clean-Desk-Policy<\/strong>. Vertrauliche Akten, Kundendaten oder HR-Dossiers d\u00fcrfen beim Verlassen des Platzes niemals offen liegen bleiben, sondern m\u00fcssen in <strong>pers\u00f6nlichen Schliessf\u00e4chern<\/strong> (Lockers) diebstahlsicher verstaut werden.<\/p>\n<h3>Welche Anforderungen stellt das Arbeitsgesetz an die geteilten Pl\u00e4tze?<\/h3>\n<p>Die Vorgaben des <strong>SECO<\/strong> bez\u00fcglich <strong>Ergonomie und Gesundheitsschutz<\/strong> gelten vollumf\u00e4nglich weiter. Jeder Arbeitsplatz muss sich sofort an die <strong>physischen Bed\u00fcrfnisse<\/strong> wechselnder Personen anpassen lassen. <strong>Elektrisch h\u00f6henverstellbare Stehpulte<\/strong>, ergonomische Drehst\u00fchle und individuell einstellbare Bildschirme sind <strong>zwingende Voraussetzungen<\/strong>, um gesundheitliche Beschwerden zu verhindern.<\/p>\n<h3>Wie ver\u00e4ndert sich die F\u00fchrungskultur durch Desk Sharing?<\/h3>\n<p>Das Modell erfordert einen <strong>massiven kulturellen Wandel<\/strong>. Die F\u00fchrungskr\u00e4fte geben ihr Einzelb\u00fcro auf und mischen sich unter das Team. Dies f\u00f6rdert eine <strong>F\u00fchrungsebene auf Augenh\u00f6he<\/strong>, bedingt aber auch, dass Vorgesetzte lernen m\u00fcssen, ihre Teams \u00fcber <strong>Management by Objectives<\/strong> zu steuern und nicht mehr \u00fcber reine <strong>physische Pr\u00e4senzkontrolle<\/strong>.<\/p>\n<h3>Wo liegt der Unterschied zu Activity Based Working?<\/h3>\n<p>Desk Sharing ist lediglich das <strong>Teilen von Tischen<\/strong>. <strong>Activity Based Working<\/strong> (t\u00e4tigkeitsbasiertes Arbeiten) ist die Evolution dieses Konzepts: Das B\u00fcro wird in <strong>verschiedene funktionale Zonen<\/strong> unterteilt. Der Mitarbeitende w\u00e4hlt seinen Ort nicht nur nach Verf\u00fcgbarkeit, sondern danach, ob er gerade <strong>absolute Ruhe<\/strong>, laute Telefongespr\u00e4che oder <strong>kreative Teamarbeit<\/strong> ben\u00f6tigt.<\/p>\n<h2>Verwandte Begriffe<\/h2>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/glow-careers.ch\/blog\/was-ist\/befoerderung\"><strong>Bef\u00f6rderung<\/strong><\/a> \u2014 Die berufliche Weiterentwicklung, die in modernen Setups seltener mit r\u00e4umlichen Privilegien belohnt wird<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/glow-careers.ch\/blog\/was-ist\/career-path\"><strong>Career Path<\/strong><\/a> \u2014 Der Entwicklungsweg im Betrieb, gef\u00f6rdert durch flache Hierarchien und direkten Kontakt<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/glow-careers.ch\/blog\/was-ist\/dienst-nach-vorschrift\"><strong>Dienst nach Vorschrift<\/strong><\/a> \u2014 Ein Mangel an Engagement, der in agilen Arbeitsumgebungen oft seltener auftritt<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Transformation von physischen R\u00e4umen ist ein essenzieller Bestandteil der Unternehmensstrategie, die durch gezielte <a href=\"https:\/\/glow-careers.ch\/blog\/was-ist-fuehrungskraefteentwicklung\/\"><strong>F\u00fchrungskr\u00e4fteentwicklung<\/strong><\/a> aktiv begleitet werden sollte, um das Management auf die neuen Gegebenheiten vorzubereiten. Wer diese dynamische Kultur nutzen will, um Spitzenkr\u00e4fte f\u00fcr sich zu gewinnen, st\u00fctzt sich dabei h\u00e4ufig auf das Netzwerk einer professionellen <a href=\"https:\/\/glow-careers.ch\/blog\/die-beste-agentur-fuer-talent-acquisition-in-der-schweiz\/\"><strong>Agentur f\u00fcr Talent Acquisition in der Schweiz<\/strong><\/a>, um das Arbeitgeberversprechen punktgenau zu platzieren.<\/p>\n<hr \/>\n<p><em>Quellen: Hochschule Luzern (HSLU) Institut f\u00fcr Finanzdienstleistungen, Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft (SECO), Schweizerischer Arbeitgeberverband (SGV). Dieser Artikel wurde von der Glow Careers Redaktion verfasst und gepr\u00fcft.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Desk Sharing einfach erkl\u00e4rt: Das flexible Arbeitsplatzkonzept ohne feste Schreibtische. 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