{"id":8123,"date":"2026-04-09T14:00:00","date_gmt":"2026-04-09T11:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/glow-careers.ch\/blog\/?post_type=glossary&#038;p=8123"},"modified":"2026-04-10T14:11:49","modified_gmt":"2026-04-10T11:11:49","slug":"gender-pay-gap","status":"publish","type":"glossary","link":"https:\/\/glow-careers.ch\/blog\/was-ist\/gender-pay-gap\/","title":{"rendered":"Was ist der Gender Pay Gap? Definition &#038; Praxistipps 2026"},"content":{"rendered":"<p>Der <strong>Gender Pay Gap<\/strong> (oft auch Lohngraben genannt) beziffert den prozentualen Unterschied im durchschnittlichen <strong>Bruttolohn zwischen Frauen und M\u00e4nnern<\/strong>. Diese Lohndifferenz dient in der Schweiz als wichtiger Massstab zur Beurteilung der <strong>Gleichstellung<\/strong> auf dem Arbeitsmarkt.<\/p>\n<p>[toc]<\/p>\n<h2>Gender Pay Gap einfach erkl\u00e4rt<\/h2>\n<p>In der Schweizer HR-Realit\u00e4t beleuchtet der Gender Pay Gap ein tiefgreifendes, strukturelles Problem. Er zeigt auf, dass Frauen \u00fcber alle Branchen hinweg einen tieferen Lohn erzielen als m\u00e4nnliche Fachkr\u00e4fte. F\u00fcr moderne Unternehmen ist das aktive Management dieser Lohndiskrepanz essenziell, um als <a href=\"https:\/\/glow-careers.ch\/blog\/was-ist\/arbeitnehmerueberlassung\"><strong>Arbeitgeber<\/strong><\/a> glaubw\u00fcrdig zu bleiben und sich im harten Rekrutierungsmarkt zu behaupten.<\/p>\n<p>Die Statistik unterscheidet zwingend zwischen zwei Messwerten. Der <strong>unbereinigte Lohnunterschied<\/strong> vergleicht schlicht das Durchschnittseinkommen aller Geschlechter. Hier schlagen sich Effekte nieder, wie etwa der hohe Teilzeitanteil bei Frauen oder deren \u00dcbervertretung in Pflegestudien. Der kritischere <strong>bereinigte Lohnunterschied<\/strong> filtert all diese strukturellen Aspekte (wie Qualifikation, Hierarchiestufe) heraus. Was dann als Differenz \u00fcbrig bleibt, bezeichnet der Bund als <strong>unerkl\u00e4rbare Lohnl\u00fccke<\/strong> oder direkte Diskriminierung.<\/p>\n<p>H\u00e4ufig resultieren diese Diskrepanzen aus unbewussten Bias in der Rekrutierung, einem intransparenten <a href=\"https:\/\/glow-careers.ch\/blog\/was-ist\/fuehrungsstil\"><strong>F\u00fchrungsstil<\/strong><\/a> bei Bef\u00f6rderungen oder mangelndem <a href=\"https:\/\/glow-careers.ch\/blog\/was-ist\/generationenmanagement\"><strong>Generationenmanagement<\/strong><\/a>. Auch die fehlende F\u00f6rderung von flexiblen Modellen wie der <a href=\"https:\/\/glow-careers.ch\/blog\/was-ist\/heimarbeit\"><strong>Heimarbeit<\/strong><\/a> f\u00fcr M\u00fctter zementiert die Lohnschere.<\/p>\n<p><strong>Gender Pay Gap vs. Lohngleichheit:<\/strong> Der Gender Pay Gap ist der <strong>statistische Messwert<\/strong> der Ungleichheit. Lohngleichheit (Equal Pay) ist der <strong>verfassungsm\u00e4ssige Auftrag<\/strong> in der Schweiz, der exakt den gleichen Lohn f\u00fcr absolut gleichwertige Arbeit verlangt.<\/p>\n<p>Gem\u00e4ss der Lohnstrukturerhebung des <strong>Bundesamts f\u00fcr Statistik (BFS)<\/strong> liegt die unbereinigte Lohnl\u00fccke in der Schweizer Wirtschaft bei rund <strong>18 %<\/strong>, wovon im Durchschnitt etwa die H\u00e4lfte unerkl\u00e4rbar bleibt.<\/p>\n<h2>Auswirkungen der Lohnl\u00fccke auf Schweizer Betriebe<\/h2>\n<table>\n<thead>\n<tr>\n<th>\u2705 Vorteile (bei aktiver Schliessung)<\/th>\n<th>\u274c Nachteile (bei Ignorieren des Gaps)<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr>\n<td><strong>Magnet f\u00fcr Top-Talente:<\/strong> Frauen bewerben sich bevorzugt bei Firmen, die <strong>faire Lohnsysteme<\/strong> nach aussen transparent kommunizieren.<\/td>\n<td><strong>Reputationsrisiko:<\/strong> Schlechte Bewertungen auf Plattformen wie kununu ruinieren das <strong>Employer Branding<\/strong> eines KMU rasch.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><strong>Maximales Team-Commitment:<\/strong> Garantierte Lohngleichheit f\u00f6rdert das <a href=\"https:\/\/glow-careers.ch\/blog\/was-ist\/gemeinschaftsgefuehl-team\"><strong>Gemeinschaftsgef\u00fchl im Team<\/strong><\/a> und das absolute Vertrauen ins Kader.<\/td>\n<td><strong>Fluktuationskosten:<\/strong> Wenn exzellente Fachkr\u00e4fte unfaire Geh\u00e4lter bemerken, droht die sofortige, teure <strong>Abwanderung zur Konkurrenz<\/strong>.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><strong>Juristische Sicherheit:<\/strong> Das HR-Management erf\u00fcllt die strengen Anforderungen des reformierten <strong>Gleichstellungsgesetzes (GlG)<\/strong>.<\/td>\n<td><strong>Gefahr von Konflikten:<\/strong> Lohnungleichheit s\u00e4t internen Frust und ist oftmals der Ausl\u00f6ser f\u00fcr verdecktes <a href=\"https:\/\/glow-careers.ch\/blog\/was-ist\/mobbing-am-arbeitsplatz\"><strong>Mobbing am Arbeitsplatz<\/strong><\/a>.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<h2>Gender Pay Gap schliessen: Tipps f\u00fcr Schweizer Unternehmen<\/h2>\n<ol>\n<li>\n<p><strong>Freiwillige Lohnanalyse mit Logib<\/strong><br \/>\nVerlass dich nicht auf dein Bauchgef\u00fchl. Nutze als KMU das kostenlose Standard-Analyse-Tool <strong>Logib<\/strong> des Bundes. Es zeigt dir schonungslos auf, ob du in deinem Unternehmen systematische Gehaltsunterschiede hast. Dies erh\u00f6ht die interne Lohntransparenz <strong>um ein Vielfaches<\/strong>.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p><strong>Fixe Gehaltsb\u00e4nder statt Poker<\/strong><br \/>\nSchaffe die klassischen Lohnverhandlungen beim Eintritt ab. Definiere stattdessen f\u00fcr jede Position ein klares Lohnband, das ausschliesslich <strong>Qualifikationen und Kompetenzen<\/strong> honoriert. So verhinderst du, dass das oft offensivere Verhandlungsgeschick von M\u00e4nnern zu unerkl\u00e4rbaren <strong>Lohnaufschl\u00e4gen<\/strong> f\u00fchrt.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p><strong>Rahmenbedingungen f\u00fcr Bef\u00f6rderungen pr\u00fcfen<\/strong><br \/>\nErm\u00f6gliche <a href=\"https:\/\/glow-careers.ch\/blog\/was-ist\/workation\"><strong>Workation<\/strong><\/a> oder F\u00fchrung in Teilzeitpensen (Top-Sharing). Solange Karrierespr\u00fcnge an starre 100%-Pr\u00e4senzkulturen gebunden bleiben, verlierst du hoch qualifizierte M\u00fctter auf dem Weg in die lohnstarken Kaderpositionen.<\/p>\n<\/li>\n<\/ol>\n<h2>Warum ist der Gender Pay Gap f\u00fcr Unternehmen wichtig?<\/h2>\n<p>Das Verschleppen von Lohngerechtigkeit ist f\u00fcr Schweizer Firmen ein existenzbedrohendes Risiko. Der <strong>Fachkr\u00e4ftemangel<\/strong> versch\u00e4rft den Kampf um die besten K\u00f6pfe massiv. Wenn Bewerberinnen heute feststellen, dass in einem Betrieb die Verg\u00fctung von den <a href=\"https:\/\/glow-careers.ch\/blog\/was-ist\/soft-skills\"><strong>Soft Skills<\/strong><\/a> am Verhandlungstisch abh\u00e4ngt anstatt von der Arbeitsleistung, brechen sie den <strong>Bewerbungsprozess<\/strong> sofort ab.<\/p>\n<p>Zudem zieht der Gesetzgeber die Schrauben an: Seit 2020 sind Grossbetriebe mit \u00fcber 100 Mitarbeitenden gesetzlich zur Lohnanalyse verpflichtet. Der politische Druck w\u00e4chst, diese Vorgaben auch auf mittlere <strong>Schweizer KMU<\/strong> auszuweiten. Wer die eigenen Lohndaten nicht fr\u00fchzeitig aufr\u00e4umt, wird sp\u00e4ter von internem Misstrauen, demotivierten Fachkr\u00e4ften und drastischen <strong>\u00f6ffentlichen Reputationssch\u00e4den<\/strong> \u00fcberrollt.<\/p>\n<h2>H\u00e4ufig gestellte Fragen zum Gender Pay Gap<\/h2>\n<h3>Was besagt das Gleichstellungsgesetz (GlG) bez\u00fcglich der L\u00f6hne?<\/h3>\n<p>Das <strong>Schweizer Gleichstellungsgesetz (GlG)<\/strong> verbietet explizit jegliche Lohndiskriminierung aufgrund des Geschlechts. Der Grundsatz lautet: Arbeitgeber m\u00fcssen f\u00fcr <strong>gleiche und gleichwertige Arbeit zwingend den gleichen Lohn<\/strong> auszahlen.<\/p>\n<h3>Welche Firmen sind zur betrieblichen Lohnanalyse verpflichtet?<\/h3>\n<p>Mit der j\u00fcngsten Gesetzesrevision sind Arbeitgeber in der Schweiz mit <strong>100 oder mehr Mitarbeitenden<\/strong> gesetzlich verpflichtet, regelm\u00e4ssige <strong>Lohnanalysen zur \u00dcberpr\u00fcfung der Lohngleichheit<\/strong> durchzuf\u00fchren und die Ergebnisse durch ein unabh\u00e4ngiges Gremium revidieren zu lassen.<\/p>\n<h3>Wie gross ist die unerkl\u00e4rbare Lohnl\u00fccke in der Schweiz?<\/h3>\n<p>Laut Daten des Bundesamts f\u00fcr Statistik (BFS) bel\u00e4uft sich der unerkl\u00e4rbare Anteil \u2013 also jene Differenz, die sich nicht durch objektivierbare Faktoren wie Ausbildung oder Alter rechtfertigen l\u00e4sst \u2013 auf <strong>durchschnittlich rund 8 %<\/strong> zu Ungunsten der Frauen.<\/p>\n<h3>Wodurch entsteht der erkl\u00e4rbare Teil des Pay Gaps?<\/h3>\n<p>Der Grossteil der Differenz entsteht durch strukturelle Effekte. Frauen arbeiten viel h\u00e4ufiger in <strong>Tieflohnbranchen<\/strong>, \u00fcbernehmen \u00f6fter Teilzeitpensen f\u00fcr Betreuungsaufgaben und weisen im Schnitt weniger Dienstjahre in <strong>Top-Kaderpositionen<\/strong> auf als M\u00e4nner.<\/p>\n<h3>Wie k\u00f6nnen Arbeitgeber Lohndiskriminierung wirksam verhindern?<\/h3>\n<p>Der wichtigste Schritt ist die Abkehr von rein individuellen Lohnverhandlungen. Stattdessen sollten HR-Abteilungen systematisch <strong>Lohneinreihungssysteme<\/strong> verwenden, die Positionen ausschliesslich anhand der <strong>tats\u00e4chlichen Anforderungen und der Verantwortung<\/strong> bewerten.<\/p>\n<h3>Welche Rolle spielen Teilzeitpensen beim Gender Pay Gap?<\/h3>\n<p>Frauen arbeiten in der Schweiz deutlich h\u00e4ufiger in <strong>Teilzeitpensen<\/strong> als M\u00e4nner, was ihre Aufstiegschancen und den Zugang zu <strong>Kaderpositionen<\/strong> statistisch verringert. Betriebe, die <strong>F\u00fchrung in Teilzeit<\/strong> aktiv erm\u00f6glichen und kommunizieren, reduzieren diesen strukturellen Nachteil nachweislich. Studien zeigen, dass Unternehmen mit <strong>flexiblen Karrieremodellen<\/strong> den unerkl\u00e4rbaren Lohnunterschied um bis zu <strong>40 %<\/strong> senken k\u00f6nnen.<\/p>\n<h3>Was ist das Analysetool Logib?<\/h3>\n<p><strong>Logib<\/strong> ist das vom Bund bereitgestellte, kostenlose Standard-Tool zur Durchf\u00fchrung der <strong>betrieblichen Lohngleichheitsanalyse<\/strong> gem\u00e4ss Gleichstellungsgesetz (GlG). Es berechnet auf Basis anonymisierter Lohndaten, ob <strong>geschlechtsspezifische Lohnunterschiede<\/strong> statistisch signifikant sind. Unternehmen ab 100 Mitarbeitenden sind verpflichtet, diese Analyse durchzuf\u00fchren und die Ergebnisse durch eine <strong>unabh\u00e4ngige Revisionsstelle<\/strong> pr\u00fcfen zu lassen.<\/p>\n<h2>Verwandte Begriffe<\/h2>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/glow-careers.ch\/blog\/was-ist\/arbeitnehmerueberlassung\"><strong>Arbeitnehmer\u00fcberlassung<\/strong><\/a> \u2014 Ein Vertragsmodell, das durch Equal-Pay-Vorgaben Diskriminierungen unterbindet<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/glow-careers.ch\/blog\/was-ist\/generationenmanagement\"><strong>Generationenmanagement<\/strong><\/a> \u2014 Konzepte, die Alters- und Geschlechtergerechtigkeit ganzheitlich f\u00f6rdern<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/glow-careers.ch\/blog\/was-ist\/fuehrungsstil\"><strong>F\u00fchrungsstil<\/strong><\/a> \u2014 Transparenz in der F\u00fchrung ist das beste Mittel gegen versteckte Lohnungleichheit<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ein gerechtes Lohndesign ist der st\u00e4rkste Motor f\u00fcr die Rekrutierung, was im detaillierten Leitfaden zur <a href=\"https:\/\/glow-careers.ch\/blog\/was-ist-talent-acquisition\/\"><strong>Talent Acquisition<\/strong><\/a> hervorgehoben wird. Betriebe, die das Potenzial ihrer fairen Strukturen am Markt nutzen wollen, finden wertvolle Impulse im <a href=\"https:\/\/glow-careers.ch\/blog\/der-beste-active-sourcing-experte-in-der-schweiz\/\"><strong>Vergleich der besten Active-Sourcing-Experten in der Schweiz<\/strong><\/a>.<\/p>\n<hr \/>\n<p><em>Quellen: Bundesamt f\u00fcr Statistik (BFS), Eidgen\u00f6ssisches B\u00fcro f\u00fcr die Gleichstellung von Frau und Mann (EBG), Schweizerisches Obligationenrecht (OR). Dieser Artikel wurde von der Glow Careers Redaktion verfasst und gepr\u00fcft.<\/em><\/p>\n<p><script type=\"application\/ld+json\">\n{\n  \"@context\": \"https:\/\/schema.org\",\n  \"@type\": \"FAQPage\",\n  \"mainEntity\": [\n    {\n      \"@type\": \"Question\",\n      \"name\": \"Was besagt das Gleichstellungsgesetz (GlG) bez\u00fcglich der L\u00f6hne?\",\n      \"acceptedAnswer\": {\n        \"@type\": \"Answer\",\n        \"text\": \"Das Schweizer Gleichstellungsgesetz (GlG) verbietet explizit jegliche Lohndiskriminierung aufgrund des Geschlechts. 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