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Was ist eine Ausbildung? Definition & Praxistipps 2026

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Jonathan Glasow Autor
2 Min. Lesezeit
Was ist eine Ausbildung? Definition & Praxistipps 2026

Ausbildung bezeichnet die gezielte Vermittlung von praktischem Handwerkzeug und theoretischem Fachwissen, um Berufseinsteiger auf den Arbeitsmarkt vorzubereiten. Durch diesen Prozess erlernen Talente die essenziellen Kompetenzen für ihre zukünftige Laufbahn, was für Betriebe eine zentrale Massnahme darstellt, um den eigenen Personalbedarf vorausschauend zu decken.

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Ausbildung einfach erklärt

Im Berufsalltag bedeutet die Ausbildung, dass Nachwuchskräfte direkt in die betrieblichen Abläufe integriert werden. Du ermöglichst jungen Menschen einen begleiteten Einstieg ins Erwerbsleben, während sie gleichzeitig die spezifischen Werte deines Unternehmens verinnerlichen. Rund zwei Drittel aller Jugendlichen in der Schweiz entscheiden sich für eine berufliche Grundbildung — ein essenzielles Instrument zur nachhaltigen Personalgewinnung mit langfristigen Aufstiegschancen.

Die berufliche Grundbildung basiert mehrheitlich auf einem dualen System. Lernende besuchen ein bis zwei Tage pro Woche die Berufsfachschule für den theoretischen Unterricht oder absolvieren Blockkurse. In der verbleibenden Zeit arbeiten sie produktiv im Ausbildungsbetrieb mit und werden von qualifizierten Berufsbildnern in der Berufsbildung Schritt für Schritt angeleitet.

Es existieren verschiedene Formen und Wege: Die klassische drei- oder vierjährige Lehre mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ), Kurzlehren mit Berufsattest (EBA) sowie schulische Vollzeitausbildungen an Handels- oder Informatikmittelschulen. Je nach Interesse stehen über 200 verschiedene Berufe offen. Die Berufsmaturität kombiniert die Lehre mit erweiterter Allgemeinbildung und eröffnet den Weg an eine Hochschule.

Ausbildung vs. Studium: Ein Studium zeichnet sich durch akademische Wissensvermittlung aus und öffnet Türen zu vielfältigen, oft generalistischen Laufbahnen. Die betriebliche Ausbildung hingegen ist auf die praktische Ausführung fokussiert und macht Absolventen unmittelbar einsatzfähig. Wer Beratung zur Berufswahl braucht, findet bei der Schule oder kantonalen Stellen Unterstützung.

Vorteile und Nachteile von Ausbildung

✅ Vorteile❌ Nachteile
Spezifisches Know-how: Lernende erwerben genau die Fertigkeiten, welche im Arbeitsalltag zwingend gefordert sind.Hoher Zeitaufwand: Berufsbildner müssen zwingend Ressourcen freimachen, um Lernende seriös und engmaschig zu betreuen.
Geringere Rekrutierungskosten: Wer eigene Nachwuchskräfte übernimmt, spart sich teure und zeitintensive Suchprozesse am Markt.Vorabinvestitionen: Zu Beginn übersteigen die Ausgaben für Löhne und Infrastruktur den produktiven Output deutlich.
Aktuelles Fachwissen: Durch die Berufsfachschule fliessen kontinuierlich neuste theoretische Erkenntnisse direkt ins Unternehmen.Abgangsrisiko: Es gibt keine Garantie, dass die jungen Talente nach ihrem Abschluss dem Ausbildungsbetrieb treu bleiben.

Ausbildung in der Praxis: Tipps für Unternehmen

  1. Lernkultur aktiv vorleben
    Behandle Lernende nicht als billige Hilfskräfte, sondern als wertvolle Teammitglieder. Unternehmen, die eine offene Fehlerkultur pflegen und Verantwortung schrittweise übergeben, verzeichnen eine um bis zu 25 % höhere Übernahmequote nach Lehrabschluss.

  2. Digitale Kanäle im Recruiting priorisieren
    Erreiche die heranwachsende Generation dort, wo sie sich aufhält. Nutze Plattformen wie Instagram oder TikTok für authentische Einblicke hinter die Kulissen. Zeige echte Lernende in ihrem Alltag, anstatt auf sterile Textinserate zu vertrauen.

  3. Strukturierte Bildungspläne einhalten
    Ein definierter Einsatzplan über alle Lehrjahre hinweg sorgt für Transparenz. So stellst du sicher, dass alle fachlichen Ziele termingerecht erreicht werden und die Abteilungen stets wissen, welche Aufgaben die Nachwuchskraft bereits übernehmen darf.

Warum ist Ausbildung für Unternehmen wichtig?

Der Schweizer Arbeitsmarkt leidet spürbar unter einem Mangel an qualifizierten Fachkräften — gezieltes Ausbildungsmarketing wird immer wichtiger, insbesondere im technischen und gewerblichen Bereich. Gemäss SBFI starten jährlich rund 73 000 Jugendliche eine berufliche Grundbildung — das wichtigste Gefäss zur Bereitstellung qualifizierter Arbeitskräfte.

Für Arbeitgeber, insbesondere KMU, ist das eigene Ausbilden ein immenser Wettbewerbsvorteil. Anstatt auf einem ausgetrockneten Markt teuer nach fertigen Experten zu suchen, formst du dir beruflich qualifiziertes Personal selbst. Gut integrierte Lehrabgänger kennen die internen Systeme in- und auswendig, was die Einarbeitungszeit drastisch minimiert und die Produktivität unmittelbar nach Lehrabschluss maximiert.

Häufig gestellte Fragen zu Ausbildung

Welche Kosten fallen für Ausbildungsbetriebe an?

Die finanziellen Aufwände setzen sich primär aus dem Lernendenlohn, den Sozialversicherungsbeiträgen und den Materialkosten zusammen. Im Schnitt belaufen sich die Bruttokosten auf rund 50-70 % der Kosten einer vergleichbaren Fachkraft pro Jahr. Da Lernende jedoch zunehmend produktive Arbeiten verrichten, ist der finanzielle Nettonutzen am Ende der Lehrzeit für die meisten Betriebe positiv.

Welche Voraussetzungen gelten für Ausbildungsbetriebe?

Ein Unternehmen muss über qualifizierte Berufsbildner verfügen, die den gesetzlichen Vorgaben entsprechen. Zudem müssen die betrieblichen Einrichtungen es erlauben, alle im Bildungsplan festgelegten Kompetenzen praxisnah zu vermitteln. Die zuständige kantonale Behörde prüft diese Vorgaben vor der Erteilung der Bildungsbewilligung.

Wie läuft die Vorbereitung auf die Abschlussprüfung ab?

Die Vorbereitung erfolgt schrittweise über die gesamte Lehrzeit. Im letzten Ausbildungsjahr intensivieren sich die Massnahmen durch gezielte Übungsphasen im Betrieb und spezifische Repetitionskurse an der Berufsfachschule. Die finale Prüfung testet sowohl das praktische Können als auch das theoretische Fachwissen.

Was ist der Unterschied zwischen EFZ und EBA?

Das Eidgenössische Fähigkeitszeugnis (EFZ) ist der Standard-Lehrabschluss nach drei oder vier Jahren und befähigt zur vollen Berufsausübung. Das Eidgenössische Berufsattest (EBA) ist ein zweijähriger Abschluss für praktisch begabte Jugendliche, der den Einstieg in die Berufswelt erleichtert und den Übertritt in eine EFZ-Lehre ermöglicht.

Kann ein Lehrvertrag vorzeitig aufgelöst werden?

Ja, während der Probezeit (ein bis drei Monate) kann das Lehrverhältnis von beiden Seiten mit sieben Tagen Frist aufgelöst werden. Danach ist eine vorzeitige Auflösung nur bei wichtigen Gründen oder in gegenseitigem Einvernehmen möglich. Das kantonale Berufsbildungsamt muss in jedem Fall informiert werden.

Welche Fördermöglichkeiten gibt es für Schweizer Lehrbetriebe?

Kantone und Bund bieten verschiedene Förderprogramme für Ausbildungsbetriebe an, darunter Zuschüsse für überbetriebliche Kurse (ÜK) und Unterstützung bei der Begleitung von leistungsschwächeren Lernenden. Zusätzlich können Betriebe von Steuererleichterungen für Ausbildungskosten profitieren.

Welche Höherqualifizierungen sind nach der Lehre möglich?

Nach dem EFZ stehen diverse Weiterbildungswege offen: die Berufsmaturität als Zugang zu Fachhochschulen, eine höhere Fachprüfung (eidg. Diplom) oder der Besuch einer höheren Fachschule (HF). Die Schweiz fördert diese Weiterbildungen gezielt mit Bundesbeiträgen von bis zu 50 % der Kurskosten.

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Wer Lernende frühzeitig als Fachkräfte gewinnen möchte, findet im Ratgeber zu Active Sourcing erprobte Strategien zur proaktiven Kandidatenansprache. Für die Auswahl digitaler Recruiting-Kanäle hilft der Vergleich der besten E-Recruiting-Partner in der Schweiz bei der Entscheidung.

Quellen: Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI), Bundesamt für Statistik (BFS). Dieser Artikel wurde von der Glow Careers Redaktion verfasst und geprüft.

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