Co-Working ist ein Arbeitsmodell, bei dem Mitarbeitende verschiedener Firmen, Freelancer und Start-ups in einem gemeinschaftlich genutzten Büro, dem Coworking Space, tätig sind. Im Human Resources Management hat es sich als moderne Alternative zum herkömmlichen Firmensitz oder dem klassischen Homeoffice etabliert. Für Schweizer Unternehmen bietet es die Möglichkeit, dezentrale Arbeitsplätze bereitzustellen und von einem inspirierenden, netzwerkfördernden Umfeld zu profitieren.
[toc]
Co-Working einfach erklärt
In der Praxis bedeutet Co-Working, dass die Mitarbeitenden nicht täglich in die Firmenzentrale pendeln, sondern sich flexibel in eine geteilte Büroinfrastruktur einmieten. Betriebe buchen für ihre Teams wahlweise einzelne Tische im Open Space (Desk Sharing) oder geschlossene Teambüros. Diese Spaces sind voll ausgestattet und bieten moderne Arbeitsplätze, Sitzungszimmer, schnellen Internet-Service und Begegnungszonen für den Austausch in der Community.
Das Konzept funktioniert meist über flexible Abonnements. Unternehmen sparen sich langjährige Mietverträge für Gewerbeimmobilien und bezahlen nur die Plätze, die sie effektiv nutzen und buchen. Die Ausprägungen reichen von grossen Hallen in den Städten bis hin zum Corporate Coworking, bei dem Konzerne externe Talente in die eigenen Räume holen, um frische Ideen für das interne Change Management im HR zu gewinnen.
Co-Working vs. Remote Work: Während Remote Work oft das isolierte Arbeiten von zuhause aus meint, stellt Co-Working eine professionelle Arbeitsumgebung zur Verfügung, die soziale Interaktion wie in einem klassischen Office und eine klare Trennung von Berufs- und Privatleben ermöglicht. Das Angebot schafft eine besonders kreative und produktive Atmosphäre.
Gemäss einer Umfrage von Deloitte nutzen bereits rund 30 % der Schweizer Unternehmen Co-Working-Konzepte als Teil ihrer hybriden Arbeitsmodelle.
Vorteile und Nachteile von Co-Working
| ✅ Vorteile | ❌ Nachteile |
|---|---|
| Hohe Skalierbarkeit: Büroflächen lassen sich kurzfristig anpassen, was gerade bei schwankenden Teamgrössen ideal ist. | Mangelnde Privatsphäre: In offenen Bereichen können sensible Unternehmensdaten leichter von Dritten eingesehen werden. |
| Reduzierte Fixkosten: Investitionen in Mobiliar, Reinigung und IT-Infrastruktur entfallen weitgehend. | Geräuschpegel: Die ständige Präsenz anderer Personen kann konzentriertes Arbeiten erschweren. |
| Starkes Networking: Der Zugang zu Fachkräften anderer Branchen fördert Innovationen und neue Geschäftskontakte. | Distanz zum Team: Die Bindung an die eigene Firmenkultur kann abnehmen, wenn das Team nicht physisch vereint ist. |
Co-Working in der Praxis: Tipps für Unternehmen
Sicherheitsvorgaben für Daten definieren
Lege strikte Regeln für den Datenschutz im Coworking Space fest. Statte die Arbeitsgeräte deiner Mitarbeitenden mit Blickschutzfiltern aus und instruiere sie, für vertrauliche Telefonate ausschliesslich die schallisolierten Kabinen zu nutzen. So senkst du das Risiko von Informationsabflüssen deutlich.Den Bezug zum Unternehmen wahren
Lass die Unternehmenskultur nicht aus den Augen. Vereinbare feste Bürotage im Hauptsitz, an denen das gesamte Team zusammenkommt, und nutze Co-Working an den restlichen Tagen. Diese Struktur erhöht die Motivation und Produktivität messbar.Dezentrale Talente anziehen
Nutze Co-Working gezielt, um Fachkräfte ausserhalb der Pendeldistanz zum Hauptbüro zu gewinnen. Ein bezahlter Arbeitsplatz in Wohnortnähe steigert die Attraktivität deines Unternehmens um bis zu 20 %, da mühsame Arbeitswege entfallen.
Warum ist Co-Working für Unternehmen wichtig?
Auf dem stark umkämpften Schweizer Arbeitsmarkt verlangen Fachkräfte zunehmend nach flexiblen Arbeitsbedingungen. Laut Zahlen des Bundesamtes für Statistik (BFS) arbeitet mittlerweile über ein Drittel der Erwerbstätigen in der Schweiz gelegentlich ortsunabhängig. Co-Working liefert die perfekte Infrastruktur für diesen Bedarf. Arbeitgeber, die entsprechende Budgets gewähren, positionieren sich als moderne Organisationen. Zudem stärkt ein wohnortnahes Arbeitsangebot das Betriebliche Gesundheitsmanagement, weil Pendelzeiten sinken und die Balance zwischen Beruf und Privatleben steigt.
Häufig gestellte Fragen zu Co-Working
Was kostet ein Platz im Co-Working Space?
Die Tarife unterscheiden sich je nach Standort (z. B. zentral am Bahnhof in Zürich im Vergleich zu regionalen Zentren) und Abo-Modell. Ein flexibler Arbeitsplatz bewegt sich meist bei einigen hundert CHF pro Monat, während feste Büros teurer sind. Für Unternehmen rechnet sich dies oft, da keine separaten Kosten für Nebenkosten, Reinigung oder Internet anfallen.
Für welche Branchen eignet sich Co-Working?
Neben Start-ups, IT-Dienstleistern und Kreativagenturen nutzen zunehmend auch etablierte Unternehmen aus dem Finanzwesen, der Pharmaindustrie oder Beratungsfirmen Coworking Spaces für Projektteams oder Mitarbeitende, die weit entfernt vom Hauptsitz wohnen.
Welche rechtlichen Aspekte sind beim Co-Working in der Schweiz zu beachten?
Arbeitgeber bleiben auch im Coworking Space für den Gesundheitsschutz und die Arbeitssicherheit verantwortlich. Zudem müssen die Bestimmungen des Datenschutzgesetzes (DSG) eingehalten werden, weshalb klare Richtlinien für das Arbeiten in öffentlichen Räumen unerlässlich sind.
Wie bucht man einen Coworking Space in der Schweiz?
Die meisten Anbieter ermöglichen das Buchen über eine Online-Plattform oder App. Je nach Service lassen sich Arbeitsplätze tageweise, wöchentlich oder als Monatsabo buchen. Die Tarife liegen je nach Standort bei einigen hundert CHF pro Monat, wobei der Zugang zu Infrastruktur und Meetingräumen meist inklusive ist.
Was macht die Atmosphäre in einem Coworking Space besonders?
Coworking Spaces schaffen eine kreative und produktive Atmosphäre durch den Austausch in einer offenen Community. Die modernen Räume mit Open-Space-Bereichen fördern die Vernetzung, während Ruhezonen konzentriertes Arbeiten ermöglichen. Dieses Zusammenspiel macht sie zu einem attraktiven Angebot für Unternehmen.
Welche Rolle spielt Datenschutz im Schweizer Coworking Space?
Arbeitgeber müssen sicherstellen, dass das Datenschutzgesetz (DSG) auch in geteilten Räumen konsequent eingehalten wird. Dazu gehören verschlüsselte Verbindungen, VPN-Pflicht und klare Regelungen für den Umgang mit sensiblen Dokumenten. Ein vorgängiger Sicherheitscheck des Anbieters durch die IT-Abteilung reduziert das Risiko von Datenlecks erheblich.
Wie wirkt sich Co-Working auf die Mitarbeiterzufriedenheit aus?
Die freie Wahl des Arbeitsortes steigert das Autonomieempfinden und senkt den Pendelstress um durchschnittlich 30 bis 40 %. Mitarbeitende profitieren von der professionellen Infrastruktur und dem inspirierenden Austausch in einer aktiven Community. Unternehmen mit Coworking-Angeboten verzeichnen gemäss Studien eine deutlich höhere Mitarbeiterzufriedenheit und tiefere Absenzenquoten.
Verwandte Begriffe
- Berufsausbildung — Lernende gewinnen durch dezentrale Arbeitsorte breitere Praxiseinblicke
- Betriebliches Eingliederungsmanagement — Flexible Arbeitsplätze als Baustein für den stufenweisen Wiedereinstieg
- Coaching im Unternehmen — Gezielte Begleitung von Mitarbeitenden an verteilten Standorten
Ein bezahlter Platz im Coworking Space zählt heute zu den beliebtesten Angeboten, um die Arbeitgeberattraktivität zu steigern – mehr dazu erfährst du im Beitrag über Mitarbeiterbenefits. Solche Flexibilität ist zudem ein starkes Argument, das dir hilft, wenn du mit professionellen Partnern in der Personalbeschaffung nach den besten Talenten auf dem Markt suchst.
Quellen: Deloitte Schweiz, Bundesamt für Statistik (BFS), Coworking Switzerland. Dieser Artikel wurde von der Glow Careers Redaktion verfasst und geprüft.